Morgen geht es in die Provinz

…aber übermorgen am Abend bin ich zurück. Es ist ein komisches Gefühl. In der kleinen vogtländischen Stadt bin ich geboren und aufgewachsen und habe sie mit 18 Jahren für immer verlassen. Aber da meine Eltern und später meine Mutter allein dort lebten, mußte ich immer wieder hin, insgesamt 58 Jahre war ich dort ständig zugange. Seit meine Mutter verstorben ist und ich das Häuschen verkauft habe, war ich nur einmal ein paar Stunden bei den Nachbarn.

Nun habe ich mir ein Zimmer genommen für eine Nacht in der Nähe des Häuschens. Die Nachbarn werde ich besuchen, zur Sparkasse muß ich gehen (das ist der eigentliche Anlaß der Reise) und ich will in den Wald. Der Wald dort ist ein ganz anderer als der Leipziger Auenwald. Nur ich weiß noch nicht in welche Richtung ich gehe, vielleicht nach Perlas, den Turm besteigen, auf dem ich oft mit meinem Vater war und in der Gaststätte mal nachgucken, ob der Fuchs noch über dem Sofa in der Ecke steht. Im Wetzelsgrüner Gasthof sind jetzt andere Wirte. Wäre Günther noch da, hätte ich dort übernachtet. Während des schweren letzten Jahres mit meiner Mutter war ich dort, bekam Wunschzimmer und (wie alle Gäste) frische Semmeln zum Frühstück. Ganz am Ende haben wir einen Cognac zusammen getrunken. Ich habe aber kein Auto genommen, sondern die Bahn, ist mit Bahncard viel billiger, da ist es doch ein bischen abgelegen, so halb im Wald.

Eigentlich wollte ich auch noch über Halle berichten, wo ich letzte Woche war, mache ich vielleicht noch. Über Treuen gibts bestimmt einen Bericht.

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Das Runde muß ins Eckige

Fussball_WM_Fotolia_143963043-835x470   Wer hätte gedacht, daß die Oma mal was über Fußball schreibt. Fußball geht mir vollkommen am verlängerten Rücken vorbei. In meinem ganzen Leben habe ich drei Spiele vollständig durchgehalten. Das erste war das WM-Endspiel 1966, das habe ich zusammen mit meinem Vater im Fernsehen gesehen. Damals war ich ein kleines Mädchen und habe mitgeguckt, weil ich die Königin sehen wollte, die damals noch eine junge Frau war und dem Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, Uwe Seeler, zur Silbermedaille gratulierte. An das berühmte Wembley-Tor hab ich keine Erinnerung. Die Spielregeln waren mir damals schon so fremd wie heute.

Das zweite Spiel sah ich ein paar Jahre später, 1974. Ich besuchte meine Freundin. Im Wohnzimmer versammelte sich die ganze Familie, einschließlich der Großmütter, vielleicht waren auch Nachbarn da. Es waren jedenfalls alles normale, einfache Leute, die mit der DDR nicht allzuviel am Hut hatten, um es vorsichtig auszudrücken. Die Stimmung war irgendwie ambivalent. Der Gedanke, daß wir alles Deutsche sind, war unter DDR-Bürgern sehr stark, so stark, daß noch nicht einmal die DDR-Propaganda daran rütteln konnte. Die hatte seit Honecker (Ulbricht dachte da wohl vollkommen anders, was vielleicht mit ein Grund für seinen Sturz war)  damit begonnen, zwischen Nationalität (deutsch) und Nation (DDR) zu unterscheiden. Propagiert wurde eine selbständige DDR-Nation, was bei den normalen Leuten nicht gut ankam. Nun trafen bei der WM zwei deutsche Nationalmannschaften aufeinander. Nicht nur dort im Wohnzimmer bei meiner Freundin hörte man, daß man für die anderen sei, also nicht für die DDR. Dann kam das Sparwasser-Tor, alles schrie und blieb gespannt bis zum Ende. Nach dem Abpfiff brach dort im Wohnzimmer ein unbeschreiblicher Jubel aus. Die Leute fielen sich in die Arme „Wir haben gewonnen“.

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Natürlich waren die jetzt nicht alle zum Sozialismus oder zur DDR bekehrt aber sie waren stolz, es „denen“ gezeigt zu haben. Die Propaganda nutzte diese Tor weidlich aus und Sparwasser ging 1988 in den Westen. Wer nach Gründen für die Ost-West-Spaltung in der BRD sucht, wird auch um dieses Tor und seine Vorgeschichte nicht herumkommen. Nur nebenbei: Meine Freundin heiratete zwei Jahre später einen jungen Mann, der seine Laufbahn als Offiziersschüler abgebrochen hatte, was in der DDR ein großer Makel war. Er gab mir ein Buch zu lesen, was mich sehr stark geprägt hat (ihn wohl auch): Väinö Linna: „Der unbekannte Soldat“. Aus vielerlei Gründen habe ich sie alle aus den Augen verloren.

Das dritte Spiel sah ich dann schon als Studentin in Leipzig, es war ein Freundschaftsspiel DDR-Österreich. Wir gingen als Seminargruppe hin, weil wir das „Stadion der 100 000“ mal erleben wollten. Erinnerungen habe ich nur an den Hinweg, an das Spiel selber nicht.

Ich schreibe diesen Beitrag auch nur, weil es im Vorfeld der WM doch zu erheblichen Irritationen kam, in Bezug auf das Verhalten der Spieler Özil und Gündogan. Einen Gedanken habe ich irgendwo im Netz gelesen, ich weiß nicht mehr wo und der Urheber möge mir verzeihen, wenn ich ihn hier wiederhole: Man stelle sich vor, ein russischstämmiger Spieler der Mannschaft (NB: das „National“ hat die Propaganda ja schon ausgetrieben, ebenso wie die Nationalfarben auf den Trikots) hätte mit Gottseibeiuns Putin in der Art posiert wie die beide Türken mit Erdogan. Die gleichgeschalteten Medien hätten sich überschlagen, was der Bundestrainer und die ganze Entourage gesagt und getan hätten, wagt man sich gar nicht vorzustellen. Das Posieren der beiden paßdeutschen Türken mit ihrem Präsidenten ist ja nur ein Höhepunkt in einer langen unsäglichen Propagandaschlacht, in der den Deutschen jegliches Nationalbewußtsein ausgetrieben und durch ein ewiges Schuldbewußtsein ersetzt werden soll. Fußball ist eben heute (und war es auch Jahrzehnte früher) nicht mehr nur Sport. Männer wie Uwe Seeler waren auch deshalb so beliebt weil sie für sportliche und auch gute deutsche Tugenden standen. (NB: Oft habe  ich es von meiner Mutter und anderen gehört, wenn wir Pfennige für die Volkssolidarität sammeln gingen: „Wir wollen gute Deutsche sein.“ Da schwang auch der verlorene Krieg mit und die Bereitschaft, sich der Vergangenheit zu stellen, aber eben kein ewiger Schuldkult.)

Wie an verschiedenen Stellen im Netz nachzulesen ist, haben Fußballfans auf das Verhalten der paßdeutschen Türken reagiert und sie in Vorbereitungspielen ausgepfiffen. Viele haben angekündigt, Island zu unterstützen. In der Hinsicht bin ich auf das heutige Spiel gegen Mexiko gespannt, auch wenn ich es nicht ansehen werde. Özil ist ja aufgestellt. Vielleicht darf man ja ein bischen Hoffnung haben, daß die Mehrzahl der Deutschen etwas mehr in der Birne hat als die berühmten  F.

Noch ein Nachtrag zur Nationalhymne. Da stört mich noch am wenigsten, daß Özil die nicht über die Lippen bringt, obwohl für ein paar Millionen, die er kassiert, gehört das eigentlich zum Anforderungsprofil. Ich kann mir auch nicht aussuchen, was ich gerade arbeiten will und ich werde weitaus schlechter entlohnt. Persönlich halte ich die Hymne der DDR für die bessere (aber wer wollte heute schon einen Satz singen wie: „…daß nie eine Mutter mehr ihren Sohn beweint“ oder: „deutsche Jugend bestes Streben unsres Volks in dir vereint“). Kontaminiert durch Propaganda und das Verbot zu singen sind beide. Brecht hat in der Nachkriegszeit eine wunderschöne Hymne geschrieben („Kinderhymne“), die wohl auf beide Melodien gesungen werden kann und eine sehr gute Nationalhymne abgäbe. Aber, wer war schon Brecht, war der nicht Kommunist?? Na jedenfalls war es der, der im Zusammenhang mit dem 17.Juni 1953 sagte, die Regierung möge sich doch ein neues Volk wählen. Er konnte ja nicht ahnen, daß das Jahrzehnte später und von anderen politischen Kräften ins Werk gesetzt würde. Brecht soll auch (im Unterschied zum Großbürger Thomas Mann) entsetzt gewesen sein, als er im kalifornischen Exil von der Zerstörung deutscher Städte durch die Bomben der Amis und der RAF erfuhr.

Das ist zu schön

Das Parlament in Kopenhagen billigte einen entsprechenden Antrag der Regierung. Der 70 Kilometer lange Zaun soll verhindern, dass sich die Afrikanische Schweinepest sich nach Dänemark ausbreitet. http://www.deutschlandfunk.de/daenemark-parlament-billigt-wildschwein-zaun-an-deutscher.1939.de.html?drn:news_id=889476

Na bitte, es geht doch, zumindest, wenn man Schweine am Grenzübertritt hindern will. (Die etwas seltsame Orthographie lasse ich stehen, der Satz ist aus der Meldung des DLF kopiert, dafür habe ich Gebühren bezahlt.)

Es wird Zeit

daß ich mal wieder etwas schreibe. Vorab etwas Schönes, meine erste Balkonerdbeere:

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Neulich ging eine Meldung durchs Netz und beim einzigen Mainstreamsender, den ich zur Kenntnis nehme, um zu wissen, was die Herrschaften so bewegt, beim DLF, ging es auch rauf und runter: 25% der Flüchtlinge haben eine Arbeit.

Na, dann ist ja alles gut. In heutigen sexistischen Zeiten weiß man allerdings nicht ganz genau, ob die zugehörigen Kopftuchschlampen( 1 bis 4) auch als „Flüchtlinge“ gezählt werden oder ob die einfach als „Familiennachzug“ irgendwo in den Untiefen der Statistik verschwinden. Arbeiten, außer am Nachwuchs, tun die ja gewöhnlich nicht. Wozu auch, dafür habe ich ja z. B. zwei Jobs, um über die Runden zu kommen. (NB: Meine ESt-Erklärung ist auch beim Finanzamt und es sieht so aus, als ob die wenigen Euronen, die letztes Jahr als LSt geflossen sind, auch wieder zu mir zurückkehren. 😉 ).

Zu diesen unglaublichen Beschäftigungszahlen der fleißigen „Flüchtlinge“ verweise ich mal auf den sciences files Blog, die die These vertreten, daß das alles ohne valide Basis ausgesagt wird, weil es nur auf Befragungen beruht. Kann sehr gut sein, aber so weit habe ich mich gar nicht in die IAB-Statistik vorgewagt. Hier füge ich mal die Adresse des Zuwanderungsmonitors vom Mai ein: http://doku.iab.de/arbeitsmarktdaten/Zuwanderungsmonitor_1805.pdf. Auf Seite 6 stehen Zahlen. Daß die Daten nicht vergleichbar mit früheren sind, wird deutlich, wenn man die vielen Fußnoten ansieht. Aber wenn man mal die dort Gezählten, die angeblich aus Kriegs- oder Krisenländern zugewandert sind (1.551.331 bis März, seit wann???) durch die Beschäftigten teilt (288.869 im März) dann sind das 18,6%. In einer Fußnote steht auch, daß das SVpflichtige und geringfügig Beschäftigte sind. Na, wer das glaubt wird selig, aber um so rätselhafter werden die 25 %. Ich vermute, die beruhen auf einer wüsten Schätzung, wenn man alle, die sich mal in der Nähe einer „Maßnahme“ oder eines Integrationskurses aufgehalten haben, dazurechnet oder aus den 1.551.331 die Kranken rausrechnet. Wäre aber immer noch rätselhaft, denn krank sind sie praktisch alle (schwer traumatisiert).

Etwas anderes, das mir am Herzen liegt, habe ich auf philosophia-perennis gefunden. Nun stimme ich in manchen Belangen nicht mit Herrn Dr. Berger überein, aber ich achte und schätze seine engagierte Arbeit und vor allem, daß er als kluger schwuler Mann erkannt hat, welche Gefahr uns allen droht und deshalb auch die Frauenbewegung (nicht die Genderista, aber das sind sowieso keine Frauen, die wissen ja nicht wer oder was sie sind) unterstützt.

Daß es die philosophia perennis gibt, davon bin ich überzeugt und in vielen Lebenskrisen hat mir dieser Gedanke  wieder Kraft gegeben. Probleme des Verhältnisses von Zeit und Ewigkeit, Materie und Bewußtsein (ich oute mich mal als Marxistin), von Materie, Geist und Substanz und natürlich das Erkenntnisproblem  werden seit Jahrtausenden bearbeitet. Und, weil ´68 gerade Jubiläum feiert, nehmen wir auch noch das Praxisproblem dazu. Wurde aber schon lange vor ´68 z.B. von meinem Doktorvater diskutiert, der dafür in der DDR viele Prügel bezog.

Kommentieren kann man bei Dr. Berger aber nur mit 800 oder 1000 Zeichen, das war mir zuwenig. Es geht um folgende Pressemitteilung des Bundesverwaltungsgerichts „Mehrehe eines Ausländers hindert nach geltendem Recht nicht dessen Anspruchseinbürgerung“ (http://www.bverwg.de/pm/2018/36). Ich weiß nicht, ob „Anspruchseinbürgerung“ dasselbe wie „Anspruch auf Einbürgerung“ ist und wenn nein, worin der Unterschied bestehen sollte. Jedenfalls bringt die Überschrift einen Tenor zum Ausdruck, der im Beitrag selbst und auch in den Kommentaren meines Erachtens zu Recht scharf kritisiert wird. Das BVerwG hat die Sache aber zur näheren Prüfung an die Vorinstanz zurückverwiesen, weil die Einbürgerung des Klägers rechtswidrig erfolgte. Er hatte im Einbürgerungsverfahren eine in Syrien geschlossene Zweitehe verschwiegen. Diese Zweitehe hindert an der Einordnung in die deutschen Lebensverhältnisse. Soweit gut und schön. ABER: Das BVerwG sieht einen Unterschied zwischen Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung, das zwingend für die Einbürgerung ist und nach Ansicht des Gerichts aber sehr viel enger auszulegen ist als die Einordnung in die deutschen Lebensverhältnisse. Bekenntnis zur fdGo verlange ein „Bekenntnis zu einem auf Recht und Gesetz sowie der Achtung und dem Schutz der im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechte gründenden Gemeinwesen“, aber kein Bekenntnis zum Prinzip der bürgerlichen Einehe. Allerdings stehe es dem Gesetzgeber frei, die Anspruchseinbürgerung bei bestehender Mehrehe auszuschließen.

Schöner hätten wir es in unserer Jugendzeit auch nicht formulieren können. Nur dachten wir damals, wahrscheinlich ebensowenig wie der deutsche Gesetzgeber an eine Mehrehe nach islamischen Vorbild. Das war eine Selbstverständlichkeit, daß es keine Mehrehe geben sollte, ist ja auch im StGB kodifiziert. Warum man sich zur fdGo bekennen und trotzdem gegen Strafgesetze verstoßen kann, ist eines der Geheimnisse der Rechtssprechung des BVerwG. Aber, und hier zeigt sich das Fehlen von solchen Führungspersönlichkeiten wie sie die alte Arbeiterbewegung einmal hatte. (Sahra Wagenknecht zeigt sich bislang nicht als solche, obwohl die Frisur sehr ähnlich ist. Ist es vorstellbar, dass sie unter Bedingungen der politischen Verfolgung ein Werk wie „Die Akkumulation des Kapitals“ schreibt, ins Gefängnis geht oder ein Verhältnis mit dem deutlich jüngeren Sohn ihrer besten Freundin anfängt? Letzteres soll kein Kriterium sein. Das Verhältnis von Rosa Luxemburg und Kostja Zetkin zeigt aber  schlaglichtartig die unkonventionellen Lebensentwürfe, die eine solche Lebenshaltung im Kampf für eine bessere und friedlichere Welt auf Seiten der Unterdrückten mit sich bringt.)

Dieses Urteil des BVerwG müßte durchs Netz rauschen und auf der Straße, den Büros und Werkstätten und natürlich den Hörsälen diskutiert werden. Das geschieht nicht von selbst. Im Moment sind wir in der Defensive (Wer „wir“ ist bedürfte eines eigenen Artikels.) Um offensiv zu werden, muß bei den Lebensverhältnissen der Unterdrückten angeknüpft werden. Hier wird ja nicht nur die bürgerliche Ehe verworfen (die interessiert mich persönlich auch nicht), sondern Menschen- und Freiheitsrechte, die wir bislang als unantastbar ansahen, erodieren und werden im Namen der „Toleranz“ durch Unfreiheit und Intoleranz ersetzt. Hier geht es ja nicht um eine Gesellschaft, in der jeder nach seiner Fasson selig werden kann, sondern um die Einführung eines Rechtssystems, das allem widerspricht, was wir in Europa jemals hatten. Die Menschen spüren das, diesem Gespür ist Ausdruck zu verleihen und es ist in politischen Kampf, in welcher Form auch immer (gewaltlos wenn irgend möglich) umzusetzen, um so auch ein höheres politisches Bewußtsein unter denen zu erreichen, die einem schleichenden Völkermord (§6 Völkerstrafgesetzbuch) ausgesetzt sind, das müßte zunächst erreicht werden. Aber dazu fehlt es an entsprechenden Leuten. Mal als Beispiel: auch wenn ich persönlich die bürgerliche Ehe ablehne, setze ich mich doch für deren Schutz ein, als Bollwerk gegen die Islamisierung. Also, kann man zunächst auch politischen Druck aufbauen, daß ein entsprechendes Gesetz verabschiedet wird, das die Anerkennung der Einehe als zwingende Voraussetzung für die Einbürgerung verlangt. (Für die dummen Krümelkacker: Die Anerkennung der Einehe bedeutet nicht, das man eine solche auch selbst eingehen muß. Sowenig wie ich als „schon länger hier Lebende“ rechtliche Forderungen aus dem Konkubinat ableiten kann, können dann rechtliche Forderungen für eine Zweit-, Dritt- oder Viertfrau abgeleitet werden.) Außerdem: Was sind das für armselige Männchen, die, statt selber für ihre Familie zu sorgen, wie es ihre Religion eigentlich vorschreibt, die Sorge anderen überlassen und stattdessen schmarotzen. Von dem Problem der Gleichberechtigung fange ich jetzt mal gar nicht an.

Pegida ist ein Beispiel dafür, wie die bereits bestehende Mobilisierung vergeigt wird. Dieses Beispiel ist so gravierend, daß ich mich nur denjenigen Meinungen anschließen kann (Indizien gibt es ja genügend), die sagen, daß Bachmann ein V-Mann oder Einflußagent ist. Viele Tausende sind 2015 auf der Straße, das Wort von der „Lügenpresse“ (das auch die elektronischen Medien, vor allem die sog. öffentlich-rechtlichen einschließt) wird populär. Die Menschen bringen ihren Unmut zum Ausdruck, indem sie die Vertreter der Lügenmedien einfach stehen lassen und nicht mehr mit ihnen reden. Hier bestand ein großes Potential zur Mobilisierung breiter Kreise. „Merkel muß weg“, dagegen ist nichts zu sagen, aber ein praktischer Schritt dahin (Verhältnis von Strategie und Taktik) wäre die Zurückdrängung der Lügenmedien gewesen, indem man ihnen die materielle Basis, also die Gebühren, entzieht. Da hätten wahrscheinlich auch Merkel-Befürworter mitgemacht. Wenn eine kritische Masse erreicht ist, können die Forderungen auch nicht mehr vollstreckt werden und keiner wird deswegen neue Gefängnisse bauen. Es gibt viele Initiativen in diese Richtung, die hätte man ansprechen können und immer wieder, die Lügenmedien einfach ignorieren, die brauchen wir ja tatsächlich nicht mehr. Stattdessen wird Frau Oertel von Pegida (an deren persönlicher Integrität ich nicht zweifle) zu Günter Jauch in die Sendung geschickt, wo sie natürlich keine besonders gute Figur machte. Sollte jemand dabei an Eva Peron gedacht haben, die war Rundfunksprecherin und kannte den Betrieb und nutzte dort ihren Einfluß. Hier wurde eine gutwillige Laiin einem erfahrenen Profi ans Messer geliefert und damit nicht nur diese Person, sondern die gesamte Bewegung. Seitdem nahm die Teilnehmerzahl ab. So sehr ich den persönlichen Mut der Teilnehmer schätze, das Pferd ist seitdem tot, das sie reiten. Es wiederzubeleben bedarf es garantiert anderer Personen als derer des gegenwärtigen Orga-Teams und es bedarf erstmal wieder einer günstigen Situation. Das ist das Problem des Kairos.

Ach so, wenn jetzt jemand sagt, ach, Oma, Du schreibst auch nur. Ja, wenn ich auch schon ein paar persönliche Konsequenzen gezogen habe. Aber der Philosoph ist wie ein Wegweiser. Ich glaube, das hat Seneca mal gesagt. Mal sehen, was kommt, vielleicht ist auch der Wegweiser nicht aus totem Holz.

Und wieder geht ein Katholikentag zu Ende

Erstmal, ich habe den schönsten Arbeitsweg der Welt: Arbeitsweg

Jeden Tag werden mehrere Säue durchs Mediendorf getrieben und man kommt nicht mehr hinterher.

Ein Video, das auf philosophia perennis eingestellt war, hat mich gestern doch bewegt. Zwar bin ich „religiös unmusikalisch“, aber zu Katholiken habe ich doch eine besondere Beziehung. Meine Kinderfreundin, mit der ich bis ca. zum 14. Lebensjahr zusammen fast wie mit einer Schwester aufwuchs, war katholisch. Von ihrer Mutter, einer sehr lebenslustigen aber ebenso lebensklugen und tiefgläubigen Frau wurde sie in diesem Glauben erzogen. Es war auch eine merkwürdige Zeit damals in der Provinz. Maria war zwar nicht bei den Pionieren, ging aber zum Pioniernachmittag und (ohne daß damals die Ökumene exzessiv beschworen wurde) beim evangelischen Kantor zum Klavierunterricht. Von ihrer Mutter lernte ich die Internationale und vom Herrn Pater „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“.

Was würden alle diese Leute wohl zu so etwas sagen? https://www.facebook.com/domradio.de/videos/10156618598468311/ (Stelle gerade fest, daß ich aufrüsten muß, um ein Video direkt einzubinden.) Wie können Menschen sich derart zum Obst machen und dabei noch glauben, sie seien anderen moralisch überlegen? Die katholischen Oberhirten können wahrlich stolz sein auf ihr dummes und lenkbares Kirchenvolk. Sollte der Klerus aber glauben, mit der Anbiederung an den Islam in Europa verlorengegangenes Terrain wiedergewinnen zu können so hat er sich geirrt und das ist gut so. Die in diesem Video gezeigten Darsteller und ihr Publikum sind der beste Beweis dafür, daß man auch ohne jahrhundertelange Inzucht moralisch und intelektuell degenerieren kann. (Der letzte Satz gilt denjenigen, die mit dem durchschnittlich niedrigeren Intelligenzgrad der Araber im Vergleich zu Europäern argumentieren.)

Mir fiel der Katholikentag 2016 in Leipzig wieder ein. Zum Abschlußgottesdienst war ich im Stadtzentrum, allerdings etwas abseits bei der Nudelmesse, wo ich dieses schöne Foto machte:20160529_113555 Ich weiß nicht wie es in Münster war, aber hier hatte die Stadt, die ja ein Leuchtturm der Reformation war und im Übrigen immer fast pleite ist, dem Katholikentag einiges zugeschossen. Die Kommunion erfolgte bei der Nudelmesse als Mundkommunion, es wurde einem also nicht einfach eine Hostie in die Hand gedrückt wie eine Kinokarte. An die Stelle des Meßweines trat Bier, aber auch nur ein Schluck, sehr zu empfehlen. Ich habe mich lange nicht drum gekümmert, aber das FSM wird es mir nicht übelnehmen, wir kommen sowieso alle in den Nudelhimmel.

Damals traf ich auch schon auf diese seltsame Kombination von Dummheit, die sich mit dem Glauben an die eigene moralische Überlegenheit paart. Ich stand an meiner Straßenbahnhaltestelle als sich eine Frau um die 40 näherte, die auch ohne den Schal (damals war er orange) eindeutig als Katholikentagsbesucherin zu erkennen war. Genau kann ich die Merkmale dieser Frauen gar nicht aufzählen, von einer evangelischen Kirchentagsbesucherin hätte ich sie nicht unterscheiden können. Aber bestimmte Typen treiben sich eben nur bei solchen Ereignissen massenhaft herum. Sie näherte sich sehr langsam, weil sie mit bloßen Händen Müll aufsammelte, den sie anschließend in den Papierkorb warf. In der Bahn setzte ich mich hinter sie und gab ihr ein feuchtes Reinigungstuch. Zwar dankte sie, sie war auch völlig geistig gesund, aber daß ihr aus dem Müll Gefahren drohen könnten realisierte sie nicht. Sie meinte man müsse eine eine Bürgerinitiative gründen, da hätten wir Ostdeutschen ja noch wenig Erfahrung. Ich habe nicht mit ihr gestritten, das wäre unfair gewesen und bringt an der Stelle nur Verdruß. Ein wenig ging unser Gespräch auch um die Ursachen der Vermüllung. Mit der erheblich gestiegenen Anzahl von Menschen, die einfach alles wegwerfen, brachte sie es nicht in Verbindung, bei ihnen in der Nähe von Bonn gäbe es noch viel mehr Ausländer. Letzteres will ich gerne glauben. Aber sie hätten eben eine tolle Bürgerinitiative und nun käme die Stadtreinigung öfter.

Bei solchen Gelegenheiten drängt sich mir der Gedanke an eine Sezession auf.

Und wieder ist 1. Mai

…Kampf- und Feiertag der Werktätigen oder Tag der Arbeit? Wie auch immer, ich bin zu Hause und will wieder ein paar Gedanken äußern. 

Mein Arbeitsweg ist wunderschön: Arbeitsweg2 Gut, es ist nur ein Teil des Weges und wenn ich zum Nebenjob gehe, ist es lange nicht so idyllisch. Immerhin habe ich erstmals im Leben einen Job, der mich weder seelisch noch geistig belastet. In der vergangenen Woche wurden wir zu einer kurzen Schulung „Qualitätsmanagement“ geschickt, sollte nur 20 Minuten dauern, war in Wirklichkeit doppelt so lang und gefühlt noch viel länger. Dort löste sich bei mir eine Denkblockade. Aus meiner Tätigkeit in der Pflegeausbildung kenne ich die ewigen, zeitraubenden und sinnfreien Diskussionen um die Qualität. Das Qualitätsmanagement durchseucht mittlerweile viele Bereiche der Gesellschaft, auch meine jetzige Arbeitsstelle, obwohl die mit Pflege gar nichts zu tun hat. Dort werden Jobs ohne Ende geschaffen, wer wollte auch Einwände gegen Qualität erheben. (Zu dem Herrn Westerfellhaus, seines Zeichens nunmehr Pflegebeauftragter der Bundesregierung, werde ich vielleicht extra mal was schreiben. Er hat sich auch sehr um die Pflegequalität und deren Messung verdient gemacht und damit dafür gesorgt, daß viel Arbeitszeit und -kraft von der eigentlichen Pflegetätigkeit weggelenkt wird.)

So ist das nunmal mit der Qualitätsarbeit. Auf die vielen komischen Definitionen von „Qualität“ gehe ich jetzt nicht ein. Ich saß jedenfalls so da und versuchte, meinem Gesicht einen interessierten Ausdruck zu geben, einfach weil der Vortragende ein netter Kerl war. Er begründete, warum Qualitätsmanagement so wichtig ist. Er laberte über die Kunden und das Marketing und die Notwendigkeit zu messen und zu dokumentieren. Dann kam es, das Beispiel: „Frau Meier arbeitet schlecht, man schickt sie zu einer Qualitätsschulung, hinterher arbeitet sie viel besser. Dann hat die Schulung etwas gebracht.“ Also das scholastische „post hoc, ergo propter hoc“ (das sagte er natürlich nicht, aber ich fügte es in Gedanken hinzu). Der ganze Qualitätszauber beruht auf diesem Fehlschluß. Ein einfaches Zusammentreffen oder eine Abfolge von Ereignissen wird mit Kausalität gleichgesetzt. In der Pflege kommt noch dazu, daß dort sonstetwas, aber nicht die Qualität der Pflege gemessen wird, über andere Bereiche kann ich mir da kein Urteil erlauben, vermute aber ähnliches.

Es kann ja tausend Gründe geben, warum Frau Meier besser arbeitet. Vielleicht ist sie besser motiviert, weil man ihr Aufmerksamkeit schenkt und sie zu einer Schulung delegiert, vielleicht hat sie in der Zwischenzeit auch mehr Erfahrung gesammelt und ihre Geschicklichkeit hat sich erhöht oder sie hat sich von Kollegen ein paar Tricks abgeschaut. An der Schulung kann es, muß es aber nicht liegen. Jeder halbwegs denkende Mensch weiß, daß das Qualitätsmanagement fast nie das bringt, was es zu bringen vorgibt. Warum wird es dann aber gemacht? Diese Frage stellt sich nicht nur dort, sondern auch in der Politik, im Recht, in sehr vielen Bereichen. Zwei Antworten habe ich bis jetzt darauf. Die eine geht in die Richtung Reduktion der kognitiven Dissonanz. Sicher gibt es heute viele Verdummte, die Kausalität nicht von Korrelation oder von Koinzidenz unterscheiden können, andererseits gibt es einen Zwang hin zu dem Qualitätsirrsinn, gegen den aufzubegehren schwer ist. Da ist es bequemer, ein paar Kategorien durcheinanderzubringen. Der andere Grund ist handfester. Das Qualitätsmanagement bringt den Beteiligten Vorteile, nicht denen, die die „einfachen“ Arbeiten ausführen, aber schon bei den Instanzen darüber geht es los. Es führt nämlich zum Verschwinden von Verantwortlichkeit. Die Instanzen werden entlastet, Hauptsache, es ist alles dokumentiert, dann kann nichts passieren. Besonders anfällig dafür sind natürlich die Bereiche, die juristisch gesehen, einen Dienst und kein Werk vollbringen. Darüber hinaus bietet das Qualitätsunwesen jede Menge Jobs, die nicht so schlecht bezahlt sind, aber weder mit dem Erbringen einer praktischen oder kreativen Leistung noch mit dem Tragen von Verantwortung verbunden sind. Außerdem bietet das Qualitätsmanagement Spielraum, sich selbst Arbeit zu beschaffen, was ja an uns in dieser Schulung praktiziert wurde. Ein anderer Name dafür ist Parkinsons Gesetz.

Habe lange nichts geschrieben

Der Frühling kommt und die Oma ist wieder da. Ich hatte mich wohl beim Durch-den-Schnee-auf -die Buchmesse-kämpfen und der Scheedusche, die uns der ICE abends ohne Vorwarnung am Messebahnsteig verabreichte, stark erkältet. Bin dann trotzdem zur Arbeit gewankt, denn ich hatte ja gerade einen neuen (weitgehend streßfreien) Job angefangen und einen kleinen Nebenjob. In den ersten vier Wochen gibt es keine Lohnfortzahlung. Na ja würde ich nicht in einem Land leben, in dem „wir“ (das bin nicht ich und meinesgleichen, also Pack, sondern die Bonzen jeglicher Coleur) gut und gerne leben, dann wäre ich in Rente und könnte den ganzen Tag bloggen oder sonstwas Dummes machen. Also, der späte Rentenbeginn für das Pack ist für die Regierigen in mehrerer Hinsicht vorteilhaft.

Meine Tomaten sind nun ausgesät und stehen in der Küche, Ostersträuße sind abgebaut, war schon vor einem Jahr hier im Bild zu sehen. Ostern war ich (immer noch verschnupft) bei meinen Enkeln.

Inzwischen überschlagen sich die Ereignisse. Der Mummenschanz (das stand so im Handelsblatt Morning Briefing) um Puigdemont ist zu Ende. Mummenschanz kann man es nennen, zu Ende ist es noch nicht. Aber immerhin ließ ja ein Schleswiger Richter den Carles (nicht Carlos, der würde eingebuchtet bleiben) frei, unter Auflagen und auf Kaution. Das Schleswiger Gerichtsgebäude ist ja, glaube ich, in der Preußenzeit gebaut worden und steht ein bischen drohend über der Stadt, aber vielleicht hat sich dort doch  ein wenig preußischer rechtsstaatliches Geist erhalten.

SHOLG

Man mag zu den politischen Bestrebungen des Herrn P. stehen wie man will. Die politische Verfolgung durch den spanischen Staat ist eindeutig. Da Herr P. aber als „Qualifikation“ für ein evtl. Asyl nur ein abgebrochenes Studium aufzuweisen hat und ansonsten keinen terroristischen und kriminellen Hintergrund (an letzterem wird noch gebastelt, „Untreue“ heißt das), mußte man ihn schon erstmal ins Gefängnis stecken. Politische Verfolgung steht zwar als Asylgrund im Grundgesetz, aber wo kämen „wir“ hin, wenn „wir“ uns daran halten würden, vielleicht stünde dann am Ende noch der wirkliche Rechtsstaat, in dem alle vor dem Gesetz gleich sind. Wer dachte da nicht an einen Vorgänger von Puigdemont, nämlich Luis Companys, der von der Gestapo aus dem französischen Exil an Spanien ausgeliefert und 1940 hingerichtet wurde.

Außerdem reiste P. nicht illegal ein und hat nur eine Identität, alles Minuspunkte. Räuber, Mörder, Sexualstraftäter mit möglichst vielen Identitäten, die Sozialleistungen abgreifen, ja die sind schutzbedürftig und laufen frei rum. Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz oder das Familienrecht (Einehe) zählen ja eh nicht mehr. Nein, P. ist leider kein Goldstück, von ihm ist keine kulturelle Bereicherung zu erwarten, weshalb sich der „Rechtsstaat“ an ihm austobt. Welch merkwürdiges Konstrukt der Europäische Haftbefehl ist, wird dabei kaum thematisiert. Außerdem wird ja schon die nächste Sau durchs Dorf getrieben, das Attentat von Münster. Wenn ich zynisch wäre, würde ich sagen, das ist Teil der Vorbereitung auf den diesjährigen Katholikentag.

Mein wirkliches und aufrichtiges Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen.

Wurden heute im Bundestag Meineide geschworen?

So einfach ist das nicht. Die Diskussion ist uralt und geht, nur soweit ich weiß, auf die Zeit von Helmut Kohl zurück, guckst Du hier: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-17704591.html

Eigentlich ist es egal, was sie sagen, man sollte es nicht so ernst nehmen. Jedenfalls nicht so ernst wie es genommen wird, wenn Du oder ich vor Gericht etwas Falsches sagen oder es gar beeiden. Wir normales Pack werden also ernster genommen als die Politiker. Außerdem, den Nutzen des deutschen Volkes zu mehren versprechen sie ja auch. Das stimmt, es wird ja nicht gesagt, für wen der Nutzen gemehrt werden soll und es wird auch im Eid nicht verlangt, den Nutzen des deutschen Volkes für das deutsche Volk zu mehren. Als Ungläubige darf ich mir noch eine Anmerkung erlauben. Außer Gerhard Schröder haben alle Kanzler die Eidesformel mit Gottesbezug gesprochen. Für Gläubige kann das nur bedeuten, daß Gott den Kanzlern (und *innen) eben nicht hilft. Und ich sage, der Gott der Atheisten tickt genauso wie der Gott der Gläubigen.

BIENEN, KROKUSSE, PFERDEMIST UND KARTOFFELN

 

Heute war ich auf dem Friedhof, die „Winterdekoration“ entsorgen und meiner Mutter ein paar Tulpen bringen. Aber das Erste, was ich sah, waren Bienen in Krokussen. Es war zwar nicht das große Gesumme, das ich aus meiner Kindheit kenne, aber ich glaube, im ganzen Jahr 2017 habe ich nicht eine einzige richtige Honigbiene gesehen und jetzt gleich mehrere, die sich über die Krokusse hermachten. Merkwürdigerweise waren sie nur auf dem Friedhof zu sehen, nicht aber im Park. Dort klopften die Spechte und zwitscherten die anderen Vögel, leider konnte ich keinen einzigen Specht sehen. Auf dem Bild unten, das ist, glaube ich, eine Wohnung von Spechten, obwohl mir der Eingang sehr groß erscheint.

Na, ich mußte weit laufen, bis zu den Pferdeställen, um an das Objekt meiner Begierde, nämlich Pferdemist, zu kommen. Zweimal wurde ich gefragt, was ich denn mache, daß ich den sammle und zweimal habe ich erklärt, daß das der beste Dünger für Tomaten, Erdbeeren und auch für Kartoffeln ist. Beim erstenmal, es war ein junges Mädchen, das gerade ein Pferd ausführte, erntete ich einen ungläubigen Blick. Beim zweitenmal war es eine Mutter mit zwei Kindern, die dann lächelte und mit ganz leicht slawischem Akzent sagte, daß ihre Mutter das auch so mache.

Ich habe ja nur einen Balkon, aber da wachsen Erdbeeren, Tomaten und verschiedene Kräuter und auch ein paar Blumen. Da kaufe ich billige Aussaaterde, in die säe ich Tomaten und Radieschen. Ende März geht das los. Wenn die Tomatenpflanzen soweit sind, daß sie raus können, werden sie, wie die Erdbeeren, in die Erde gesetzt, die ich mit dem Pferdemist vermischt habe. Jetzt steht schon ein großer Sack davon auf dem Balkon, aber noch lagert auch noch  Aussaaterde im Keller. Mit Kartoffeln habe ich erst voriges Jahr angefangen, hatte aber kein Glück oder zuwenig gehäufelt. Das wird jetzt anders. Den Topf habe ich heute schon präpariert. Nach der Schlepperei habe ich erstmal Kaffee gekocht (richtigen, die Woche über gibts immer nur löslichen) und den Kaffeesatz nebst einigen Bananenschalen noch mit eingegraben. Aber wie sagen doch die Kartoffeln so schön: „Legt ihr mich April, komm´ich, wann ich will. Legt ihr mich im Mai. komm´ich glei.“ Mein Leipziger Balkon ist aber nicht die kalte vogtländische Erde, also im April werden sie gelegt, mal sehen, was dann passiert.

Was war sonst noch los? Kardinal Lehmann ist gestorben. Sagen die Katholen eigentlich auch „Erde zu Erde und Asche zu Asche“? Ich weiß es nicht, aber wenn er nicht gleich in die Hölle kommt, wird er doch wohl ein bischen im Fegefeuer schmoren müssen. Er wollte ja seinerzeit, daß die Katholiken in der staatlichen Beratung zur Abtreibung bleiben. Durften sie dann aber doch nicht, jedenfalls keine Scheine mehr ausstellen. Das kam damals noch vom polnischen Papst und für den rechten Glauben war  ja Ratzinger zuständig. Die haben auch lange verhindert, daß Lehmann Kardinal wurde. Vielleicht trifft Lehmann  jetzt den Wojtila wieder und sie haben ja nun Zeit für die Ewigkeit, um ihre Meinungsverschiedenheiten auszuräumen, wenn Ratzinger noch dazukommt, können sie sogar einen gepflegten Skat spielen, falls das in der Hölle erlaubt ist. Ach hätten sich die Herrschaften doch damals mehr um das geborene Leben gesorgt, dann hätten sie viel Hirnschmalz wegen des ungeborenen sparen können. Bis heute hat sich daran ja im Prinzip nichts geändert, nur sorgt man sich in den Institutionen der Wohlfahrtsindustrie um manches geborene Leben, das mehr Staatsknete einbringt, schon etwas mehr und besser als um anderes. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

 

Bienen, Krokusse, Pferdemist und Kartoffeln